Welche religiösen und ethischen Minderheiten sind im Landkreis Gießen vertreten? Was bedeutet Erziehung und wie werden Kinder in diversen und religiösen Kontexten erzogen? Ist es tatsächlich anders oder eher individuell? Welche Rollenmuster von Jungen und Mädchen sind vorhanden?

In dem Seminar soll es darum gehen, die verschiedenen religiösen und diversen Richtungen mit Menschen aus unserer Mitte zu behandeln. Es soll einen Austausch zwischen und mit Menschen jesidischen, aramäischen, muslimischen und christlichen Hintergrund geben. Nicht das theologische Wissen steht im Vordergrund, sondern das tatsächliche Leben und wie Menschen ihre Erziehungsvorstellungen und Rollenmodelle leben und umsetzen. Diese Veranstaltung soll einen Raum für Austausch, Vernetzung und Wissenserwerb bieten. Angesprochen können sich alle Interessierte, pädagogischen Fachkräfte, Lehrkräfte und Eltern fühlen.

Gaming und Jugendschutz in der Pädagogik

Für Multiplikatorinnen aus der Medienpädagogik, Mitarbeiterinnen aus der Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeiter*innen an Schulen und Lehrkräfte.

Nach der letzten Jim Studie sind „Die Sims“, „Minecraft“ und „Fortnite“ die beliebtesten digitalen Spiele unter Kindern und Jugendlichen. Das novellierte Jugendschutzgesetz, (seit 1. Mai 2021 in Kraft), nimmt neben jugendgefährdenden Inhalten auch sogenannte Interaktionsrisiken in den Fokus. Dazu zählen beispielweise Werbung, Datenweitergabe, Glückspiel und Mediensucht. In diesem Zusammenhang werfen Themen wie Lootboxen, Free to Play und Pay to win, In-Game-Advertising, Datamining, Hate Speech einen Schatten auf die bunte digitale Spielewelt.

Doch Gaming und Jugendschutz in der Pädagogik sind keine Gegensätze. Digitale Spiele bergen für Heranwachsende ein großes Potenzial einer konstruktiven Auseinandersetzung mit wichtigen Themen unserer Zeit. Durch einen explorativen Zugang verschiedener Digitaler werden in diesem Workshop Spielspaß sowie Ansätze und Methoden in der pädagogischen Praxis erfahrbar gemacht. Der Workshop vermittelt einen kritischen und kreativen Blick auf digitale Spiele in der pädagogischen Praxis.

Bild: PHOTOMORPHIC PTE. LTD.

Wir bauen uns ein digitales Jugendzentrum!

Jugendpflegen im Landkreis Gießen und Interessierte

Die kommerziell geprägte Digitalisierung der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen steht nicht mit der pädagogischen Arbeit und ihren Zielen im Einklang. Das wurde nicht zuletzt mit der Pandemie offenkundig. Wir
benötigen in der Kinder- und Jugendarbeit eine digitale Infrastruktur, die Datenschutz, Internetsicherheit und Anwendungsfreundlichkeit miteinander verbindet und digitale Chancengleichheit und Barrierefreiheit berücksichtigt. Die Zugänge dürfen nicht kommerziellen Werbeinteressen unterworfen sein!

Die Open Source Bewegung bietet gemeinnützige Softwarelösungen, die für den Aufbau einer digitalen Infrastruktur für die Kinder- und Jugendarbeit eine zentrale Rolle spielen können. In dieser Open Source Werkstatt wird Nextcloud unter die Lupe genommen. Die Cloudlösung integriert viele Anwendungen und verbindet sie mit dem Smartphone. Mit dem digitalen JUZ wird ein geschützter Raum in der virtuellen Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen eröffnet. Hier können sie sicher miteinander kommunizieren, Daten austauschen und sich virtuell treffen.

Digitale Wege zur jugendgerechten Beteiligung an Kommunalpolitik im
ländlichen Raum

Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit, der außerschulischen Bildungsarbeit und Kreisverbindungslehrkräfte

Vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und dem strukturellen Wandel im Landkreis Gießen stellt sich die Frage, wie junge Menschen für die Kommunalpolitik gewonnen werden können. Die Herausforderung besteht darin, wirkungsvolle Partizipationsmöglichkeiten zu schaffen, die sich an der (digitalen) Lebenswelt von jungen Menschen orientieren und eine unmittelbare Einflussnahme auf Entscheidungsprozesse realisieren. Die Digitalisierung bietet hier die Chance, eine digitale Plattform bzw. Infrastruktur für politisch engagierte Jugendliche aufzubauen.

• Was sind Gelingensbedingungen digitaler Beteiligungsformate?
• Welche digitalen Tools eignen sich für die Beteiligung Jugendlicher?
• Welche Herausforderung stellt der ländliche Raum für die Jugendbeteiligung dar und wie kann diese durch digitale Formate überwunden werden?
• Wie werden politische Kampagnen erfolgreich über Social-Media-Kanäle publiziert und wie kann die Reichweite ausgebaut werden?
• Welche digitalen Kanäle können unter Berücksichtigung der DSGVO differenziert zur internen und externen Kommunikation genutzt werden?

Im Rahmen der Initiative „Jugendgerechte Städte und Gemeinden - jugendgerechter Landkreis Gießen“ möchten wir digitale Möglichkeiten der Beteiligung junger Menschen vorstellen und diskutieren.

Gescheiterte Intervention und humanitäre Krise. Vortrag und Diskussion mit Dr. Haqmal Daudzai

Für alle Interessierte

Nach fast zwei Jahrzehnten Krieg unterzeichnete die Trump-Regierung im Februar 2020 ein Abkommen mit den Taliban, wonach die Truppen der USA und ihrer NATO-Verbündeten bis Mai 2021 Afghanistan verlassen sollten. Der Bedingungslose Abzug der US-amerikanischen/NATO-Truppen, darunter 1100 Bundeswehr-Soldat*innen und der Fall Kabuls an die Taliban am 31.August dieses Jahres haben nicht nur eine menschliche Krise in dem Land verursacht, sondern auch viele Fragen aufgeworfen. Das Land ist laut Hilfsorganisationen mehr als drei Monate nach dem Abzug westlicher Truppen noch lange auf humanitäre Unterstützung angewiesen.

Wieso ist die internationale Gemeinschaft nach zwanzig Jahren Militäreinsatz und humanitärem Aufbau gescheitert? Wie ist die aktuelle politische und wirtschaftliche Lage in Afghanistan? Sind Demokratie und Frauenrechte noch zu retten und was sind mögliche Regierungsszenarien im Afghanistan der Zukunft? Erwarten Europa zunehmende Zahlen Geflüchteter aus Afghanistan?

Diese und andere Fragen wird der Referent in seinem Vortrag mit uns diskutieren.

Dr. Haqmal Daudzai

ist geboren und aufgewachsen in Afghanistan. Er hat an der Willy Brandt School of Public Policy der Universität Erfurt studiert und promoviert. Kürzlich wurde seine Promotionsarbeit im Barbara Budrich Verlag unter dem Titel "The State-Building Dilemma in Afghanistan" veröffentlicht. Haqmal Daudzai arbeitet als Migrationsberater beim Verband binationaler Familien und Partnerschaften und als Projektmanager für IPSO (International Psycho-Social Organisation) in Afghanistan.

Die Fortbildungsreihe der Jugendförderungen und Jugendbildungswerke Mittelhessen besteht aus mehreren Modulen, die alle einzeln bei den jeweiligen Anbieter*innen gebucht werden. Eine Übersicht findet sich auf der Internetseite der LAG Kinder- und Jugendbeteiligung: www.kijubehessen.junetz.de.

Die Veranstaltungsreihe bietet wiederkehrende Termine und vermittelt praxisnahe Kenntnisse, Fertigkeiten und Methoden, um Beteiligungsprojekte in Kommunen und Einrichtungen durchzuführen und zu begleiten. Dabei steht in allen Modulen der Praxisbezug im Vordergrund und viele der Inhalte werden direkt praktisch von den Teilnehmer*innen angewandt und erprobt.

  • Grundlagen: gesetzliche Grundlagen der Partizipation, Partizipationsformen, Demokratieverständnis und Haltung.
  • Gesprächsführung & Moderation: Gesprächs- und Moderationstechniken sowie unterschiedliche Formen der Präsentation.
  • Motivation: Woher beziehen wir unsere Motivation? Warum möchte ich Kinder und Jugendliche beteiligen? Wie motiviere ich Kinder und Jugendliche sich zu beteiligen? Diese und weitere Fragen werden in diesem Modul bearbeitet.
  • Konflikte: Was genau ist eigentlich ein Konflikt? Wie entstehen Konflikte? Wie damit umgehen?
  • Lobbyarbeit: Kenntnisse über die regionalen Zusammenhänge, Netzwerke und Unterstützer*innen.
  • Methodenpool:  Methoden der Jugendbeteiligung kennen lernen und praktisch erprobten.

… aus der Fortbildungsreihe „Kinder- und Jugendbeteiligung“ der Jugendförderungen und Jugendbildungswerke Mittelhessen
Für (pädagogische) Mitarbeiter*innen der Kinder- und Jugendarbeit

Die Beteiligung von Jugendlichen in verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit, der Politik und in der Gesellschaft ist ein zentrales Anliegen unserer Initiative „Jugendgerechter Landkreis - Jugendgerecht Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen“.

Wenn Kinder- und Jugendbeteiligung langfristig und nachhaltig in Kommunen verankert werden soll, dann ist es wichtig, dass alle Akteur*innen an einem Strang ziehen. Ob Kommunalpolitiker*innen, Verantwortliche in Vereinen und Verbänden, Mitarbeiter*innen in Verwaltungen oder Eltern, sie alle müssen bereit sein, sich auf Beteiligungsprozesse mit Kindern und Jugendlichen einzulassen. Um Projektideen umzusetzen sind daher gute Netzwerke und Kenntnisse über die regionalen Zusammenhänge unumgänglich. An wen muss ich mich wenden? Wer entscheidet was in der Kommune/Verband/Verein? Wo finde ich Unterstützer*innen? Wie bekomme ich alle Beteiligten in ein Boot? Diese und weitere Fragen werden in diesem Workshop behandelt.

Als Fortbildung im Rahmen der JULEICA mit 6 Stunden anerkannt.

Gute Perspektiven für junge Menschen zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe kommunaler Politik. Gute Bedingungen, Mitsprachemöglichkeiten und ansprechende Angebote sind beste Voraussetzungen, damit eine Stadt oder Gemeinde zum attraktiven Lebensort für Kinder und Jugendliche wird, mit dem sie sich identifizieren können. Junge Menschen für die eigene Kommune zu gewinnen und sie an Stadt- und Gemeindeentwicklung zu beteiligen, ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit eines Gemeinwesens.

Kommunale Jugendbeauftragte werden aus den Reihen der politischen Mandatsträger*innen in den Städten und Gemeinden benannt. Überparteilich und ehrenamtlich unterstützen und fördern sie vor Ort die Anliegen von Kindern und Jugendlichen und einer besseren Verständigung von Jung und Alt. Sie sorgen mit dafür, dass die Ideen, Belange und Sichtweisen junger Menschen in politische Entscheidungen  einfließen und fördern damit eine gute Jugendinfrastruktur in ihrer Stadt oder Gemeinde.

Für benannte bzw. an der Funktion interessierte Jugendbeauftragte.

Ein erstes Informations- und Qualifizierungsseminar im September 2020 diente der Vermittlung fachlichen Basiswissens und der Erarbeitung erster Schritte in der neuen Funktion für die jeweilige Kommune.

Es wurde übereinstimmend der Bedarf nach weiteren Terminen formuliert, um praxisorientiert fachliche Unterstützung und Orientierung zu geben und vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu profitieren. Hier sind auch weitere, neu gewählte, Jugendbeauftragte oder an der Aufgabe Interessierte herzlich willkommen.

Für Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit, der Politik und in der Gesellschaft ist ein zentrales Anliegen unserer Initiative „Jugendgerechter Landkreis - jugendgerechte Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen“.

In diesem Seminar legen wir den Grundstein für eine gelingende Begleitung der Jugendlichen bei ihren Beteiligungsvorhaben. Wir betrachten die gesetzlichen Grundlagen und lernen Formen und praktische Beispiele von Partizipation in der Jugendarbeit kennen.

Gemeinsam behandeln wir die Frage, wie Partizipation von Jugendlichen konkret in der eigenen Einrichtung oder der Kommune gelingen kann.

Inhalte sind:

  • Grundlagen der Demokratie
  • Was ist Jugendbeteiligung/Partizipation?
  • Eigene (partizipative) Haltung
  • Aktionsfelder, Formen und Zielgruppen
  • Chancen und Grenzen der Jugendbeteiligung
  • Auswahl: Methoden der Jugendbeteiligung

Weg frei für ein demokratisches Miteinander

Für Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit und andere Multiplikator*innen

Wie sieht es aus in Ihrer Einrichtung, Institution, Ihrem Verein - sind Jugendliche mit Rassismuserfahrung sichtbar? Nehmen sie an Angeboten teil und beteiligen sie sich an jugendpolitischer Gremienarbeit? Sind sie sichtbar, hörbar und fühlen sie sich verstanden? Wenn betroffene Jugendliche an wichtigen strukturellen Räumen teilhaben und mitgestalten, entsteht ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe und Beteiligung. Demokratie stärken und leben ist Aufgabe aller Jugendlichen. Durch bewusste Teilhabe und das Einbringen von eigener Meinung und Einstellung können gesellschaftliche Prozesse von betroffenen Jugendlichen strukturell mitgestaltet werden.

Inhalte der Fortbildung:

  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) Focus Rassismus
  • Ausgrenzungserfahrungen bei Jugendlichen
  • Methoden der Sensibilisierung & des Perspektivwechsels
  • Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit

Jugendförderung des Landkreises Gießen | Bachweg 9 | 35398 Gießen
Tel. 0641 9390-9104/9105 | jugendfoerderung@lkgi.de

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