Gute Perspektiven für junge Menschen zu schaffen, ist eine wichtige Aufgabe kommunaler Politik. Gute Bedingungen, Mitsprachemöglichkeiten und ansprechende Angebote sind beste Voraussetzungen, damit eine Stadt oder Gemeinde zum attraktiven Lebensort für Kinder und Jugendliche wird, mit dem sie sich identifizieren können. Junge Menschen für die eigene Kommune zu gewinnen und sie an Stadt- und Gemeindeentwicklung zu beteiligen, ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit eines Gemeinwesens.

Kommunale Jugendbeauftragte werden aus den Reihen der politischen Mandatsträger*innen in den Städten und Gemeinden benannt. Überparteilich und ehrenamtlich unterstützen und fördern sie vor Ort die Anliegen von Kindern und Jugendlichen und einer besseren Verständigung von Jung und Alt. Sie sorgen mit dafür, dass die Ideen, Belange und Sichtweisen junger Menschen in politische Entscheidungen  einfließen und fördern damit eine gute Jugendinfrastruktur in ihrer Stadt oder Gemeinde.

Für benannte bzw. an der Funktion interessierte Jugendbeauftragte.

Ein erstes Informations- und Qualifizierungsseminar im September 2020 diente der Vermittlung fachlichen Basiswissens und der Erarbeitung erster Schritte in der neuen Funktion für die jeweilige Kommune.

Es wurde übereinstimmend der Bedarf nach weiteren Terminen formuliert, um praxisorientiert fachliche Unterstützung und Orientierung zu geben und vom gegenseitigen Erfahrungsaustausch zu profitieren. Hier sind auch weitere, neu gewählte, Jugendbeauftragte oder an der Aufgabe Interessierte herzlich willkommen.

Für Eltern und Interessierte

Die Jugendförderung des Landkreises Gießen bietet eine Telefonberatung für Eltern zum Thema Medien in der Familie an. Hier können Sie sich zu allen Fragen zum Thema Medienerziehung beraten lassen.

  • Wie gehe ich mit Altersfreigaben um?
    Welche Möglichkeiten und Grenzen haben Filter- und Jugendschutzprogramme?
    Wann ist mein Kind alt genug für ein Smartphone und welche Altersfreigaben muss ich beachten?
  • Wo finde ich gute Internetangebote und Apps für Kinder?
    Welche Internetseiten und gute Apps empfehlen Sie und woran erkenne ich gute Angebote für mein Kind?
  • Welche Medienzeiten empfehlen Sie für mein Kind?
    Wie kann ich angemessene Medienzeiten in der Familie mit meinem Kind aushandeln?
  • Wie schütze ich die Privatsphäre meiner Familie?
    Was sollte ich zum Schutz der Daten meines Kindes und meiner Familie tun und welche Verpflichtungen ergeben sich für Eltern aus der EU-Datenschutz-Grundverordnung?
  • Wo finde ich Hilfe im digitalen Notfall?
    Wer hilft mir bei Internetkriminalität, Identitätsdiebstahl, Cybermobbing oder Cybergrooming (sexuelle Anmache im Netz)?

Liebe Eltern, nutzen Sie das Angebot!

Für Eltern und Interessierte

Wenn Sie Ihrem Kind ein eigenes Smartphone zur Verfügung stellen, steht es vor einer entscheidenden Schwelle in die digitale Welt. Denn spätestens mit der elterlichen Erlaubnis beginnt für Kinder die Digitalisierung des  (Familien-) Lebens. Das wirft viele Fragen auf, zum Beispiel:

  • Welche persönlichen Daten unseres Kindes möchten wir bei der Einrichtung von Accounts im Internet angeben?
  • Wie können wir Einstellungen zum Jugendschutz auf dem Smartphone vornehmen?
  • Wie können wir in der Familie Nutzungszeiten gemeinsam vereinbaren?
  • Wie schützen wir unser Kind vor Internetkriminalität?

Der Elternmedienworkshop ist ganz auf Ihren (Medien-) Erziehungsalltag zugeschnitten und gibt Ihnen konkrete Antworten zur sicheren Nutzung von Smartphones. Es werden Jugendschutzeinstellungen vorgestellt, die Sie direkt am eigenen Gerät praktisch ausprobieren können. Sie bekommen Tipps, wie Sie Ihre Kinder bei der Mediennutzung kompetent begleiten können und wie ein bewusster Umgang mit den digitalen Medien vermittelt werden kann.

Für Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit

Die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in verschiedenen Bereichen der Jugendarbeit, der Politik und in der Gesellschaft ist ein zentrales Anliegen unserer Initiative „Jugendgerechter Landkreis - jugendgerechte Städte und Gemeinden im Landkreis Gießen“.

In diesem Seminar legen wir den Grundstein für eine gelingende Begleitung der Jugendlichen bei ihren Beteiligungsvorhaben. Wir betrachten die gesetzlichen Grundlagen und lernen Formen und praktische Beispiele von Partizipation in der Jugendarbeit kennen.

Gemeinsam behandeln wir die Frage, wie Partizipation von Jugendlichen konkret in der eigenen Einrichtung oder der Kommune gelingen kann.

Inhalte sind:

  • Grundlagen der Demokratie
  • Was ist Jugendbeteiligung/Partizipation?
  • Eigene (partizipative) Haltung
  • Aktionsfelder, Formen und Zielgruppen
  • Chancen und Grenzen der Jugendbeteiligung
  • Auswahl: Methoden der Jugendbeteiligung

Wie Verschwörungserzählungen auf YouTube das Weltbild von Jugendlichen prägen

Für Multiplikator*innen aus der Medienpädagogik, Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeiter*innen an Schulen und Lehrkräfte.

YouTube eignet sich hervorragend für die Verbreitung alternativer Wahrheiten und Verschwörungserzählungen. Die Bewegung der „Flat Earther“ ist davon überzeugt, dass die Erde eine Scheibe ist. Dieses Beispiel verdeutlicht, wie postwissenschaftliche Mythen das Weltbild vieler Menschen nachhaltig beeinflussen. YouTube ist sehr beliebt unter Heranwachsenden. Laut der aktuellen JIM-Studie schauen ein Fünftel der Jugendlichen hierüber aktuelle Nachrichten.

Junge Menschen kommen so auch mit Verschwörungserzählungen in Kontakt. Wie prägen diese Inhalte das Weltbild Jugendlicher? Und wie äußert sich das im Verhalten? Bergen solche Botschaften die Gefahr der Radikalisierung junger Menschen, wenn sie gezielt politisch aufgeladen sind? Werden sie zum Motiv für Anschläge, wie das z. B. bei dem Anschlag in Hanau am 19. Februar 2020 der Fall war? Die Fortbildung vermittelt Strategien und praktische Methoden, wie pädagogische Fachkräfte Verschwörungsmythen in Schule und Jugendarbeit präventiv begegnen können.

Aktuelle Entwicklung des problematischen Medienkonsums unter Kindern und Jugendlichen

Für Multiplikator*innen aus der Medienpädagogik, Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeiter*innen an Schulen und Lehrkräfte

Der Konsum von digitalen Medien kann unter Kindern und Jugendlichen pathologische Ausmaße annehmen. Dabei beginnt der problematische Medienkonsum weit vor einer Suchterkrankung. Ob digitale Spiele oder soziale Netzwerke, in Zeiten von Corona werden virtuelle Welten zu einem der letzten verbliebenen Treffpunkte, besonders für viele Kinder und Jugendliche. Hatten bzw. haben die sozialen Beschränkungen von Corona Auswirkungen auf die Anzahl der Mediensuchterkrankungen?

In der Fortbildung wird darlegt, wann eine Internetsucht bzw. Computerspielabhängigkeit beginnt, welche diagnostischen Kriterien hierfür bestimmend sind und welche Risikofaktoren dabei eine Rolle spielen. Elemente des Glücksspiels werden von Gameentwickler*innen zunehmend mit Computerspielinhalten vermischt. Welche Auswirkungen hat das auf die Spielzeiten? Es werden präventive Ansätze in der pädagogischen Arbeit und Interventionsstrategien anhand anonymisierten Fällen und Fallzahlen aus der Beratungsarbeit vor Ort diskutiert.

Gemeinnützige digitale Tools für die schulische und außerschulische Bildungs- und Jugendarbeit

Für Multiplikator*innen aus der Medienpädagogik, Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeiter*innen an Schulen und Lehrkräfte

Gerade in der Corona-Pandemie wurde der Bedarf nach digitalen Tools in der schulischen und außerschulischen Bildungs- und Jugendarbeit deutlich. Die Open-Source-Bewegung kann als gemeinnützige Initiative von Programmierer*innen und Softwarehersteller*innen verstanden werden und für den pädagogischen Bereich mannigfaltige praxisbezogene Lösungen anbieten.

Der Workshop möchte die Philosophie von quelloffener Software näherbringen. Neben theoretischen Inhalten steht die praxisbezogene Anwendung an Experimentierstationen im Mittelpunkt der digitalen Werkstatt. Die Teilnehmenden können neben Klassikern wie MS-Office, auch sichere Chat-Apps, datenschutzfreundliche Online-Dienste, Videokonferenzsysteme bis hin zum vollen Google-Ersatz, unterschiedlichste Anwendungsbereiche selbst ausprobieren. Dabei kann jede*r Teilnehmende quelloffene Tools nach seinen/ihren ganz eigenen individuellen Bedürfnissen, bzw. den praxisnahen Erfordernissen, elaborieren.

Professionelles Auftreten unter Berücksichtigung der DSGVO

Für Multiplikator*innen aus der Medienpädagogik, Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit, Sozialarbeiter*innen an Schulen und Lehrkräfte

Instagram ist unter Heranwachsenden sehr beliebt und hat Facebook als Plattform zur Selbstdarstellung und interessensbezogener Vernetzung abgelöst. Pädagogische Fachkräfte, die Angebote an Kinder und Jugendliche adressieren, müssen sich auf Social-Media-Anbieter einlassen, um ihre Zielgruppe auch zukünftig zu erreichen. Vor dem Hintergrund rechtlicher und pädagogischer Fragestellungen werden wir anhand eines obligatorischen Funktionsprofils diskutieren, welche Anmeldedaten Verwendung finden sollten und welche Inhalte geteilt werden dürfen.

Dabei wird die Registrierung vom Profilbild über die rechtlich einwandfreie E-Mail-Adresse bis zur sicheren Passworterstellung exemplarisch durchlaufen.

Es werden Vereinbarungen zur Nutzung von Diensthandys und Einwilligungen von Eltern im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) vorgestellt. Ziel des Onlineseminars ist ein tieferes Verständnis über die eigene Rolle als pädagogische Fachkraft in sozialen Medien und die damit verbundenen rechtlichen Verbindlichkeiten.

Weg frei für ein demokratisches Miteinander

Für Mitarbeiter*innen aus der Kinder- und Jugendarbeit und andere Multiplikator*innen

Wie sieht es aus in Ihrer Einrichtung, Institution, Ihrem Verein - sind Jugendliche mit Rassismuserfahrung sichtbar? Nehmen sie an Angeboten teil und beteiligen sie sich an jugendpolitischer Gremienarbeit? Sind sie sichtbar, hörbar und fühlen sie sich verstanden? Wenn betroffene Jugendliche an wichtigen strukturellen Räumen teilhaben und mitgestalten, entsteht ein Miteinander auf gleicher Augenhöhe und Beteiligung. Demokratie stärken und leben ist Aufgabe aller Jugendlichen. Durch bewusste Teilhabe und das Einbringen von eigener Meinung und Einstellung können gesellschaftliche Prozesse von betroffenen Jugendlichen strukturell mitgestaltet werden.

Inhalte der Fortbildung:

  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit (GMF) Focus Rassismus
  • Ausgrenzungserfahrungen bei Jugendlichen
  • Methoden der Sensibilisierung & des Perspektivwechsels
  • Erarbeitung von Handlungsmöglichkeiten für die Arbeit

Für alle Interessierte

Eine gemeinsame Veranstaltungsreihe mit dem Kreisausländer*innenbeirat zu Fluchtursachen und Migrationsbewegungen. Hier sollen u. a. folgende Fragen beleuchtet werden:

Warum sind Menschen auf der Flucht? Wie sieht es innerhalb Europas aus? Wie sehen politische Lage und Alltag in den Ländern aus, aus denen Geflüchtete und andere zugewanderte Menschen nach Deutschland kommen? Wie sieht die Lebenssituation von Menschen dann in Deutschland aus? Wo kommen sie an? Welche Veränderungen gibt es?
Die Grundlage für die Themenbeiträge soll nicht wissenschaftliche Erkenntnis sein –  sondern vielmehr Menschen mit persönlichen Bezügen, Raum für ihre Erfahrungen geben.

Die Veranstaltungsreihe stellt verschiedene Herkunftsländer vor und fragt vor diesem Hintergrund nach der Situation Geflüchteter und anderer migrierter Menschen in Deutschland.

Jugendförderung des Landkreises Gießen | Bachweg 9 | 35398 Gießen
Tel. 0641 9390-9104/9105 | jugendfoerderung@lkgi.de

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