Freistellung für ehrenamtliche MitarbeiterInnen in der Jugendarbeit

Im Hessischen Kinder- und Jugendhilfegesetzbuch (HKJGB) ist das „Gesetz zur Stärkung des Ehrenamts in der Jugendarbeit“ verankert. Mit diesem Gesetz wird ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Jugendarbeit eine Freistellung für ihre engagierte Tätigkeit ohne Einbuße von Gehalt und Lohn ermöglicht.

Eine bezahlte Freistellung kann in Anspruch genommen werden für Tätigkeiten als LeiterIn, als pädagogische/MitarbeiterIn oder als HelferIn bei Veranstaltungen, in denen Kinder und Jugendliche betreut werden. Das gilt auch für die Teilnahme an Veranstaltungen (Tagungen, Seminare, Lehrgänge), die von Jugendverbänden, Jugendämtern sowie im Jugendsport durchgeführt werden.

Jede Person aus Hessen, die über 16 Jahre alt ist und in der Privatwirtschaft, bei gemeinnützigen Organisationen oder in anderen Betrieben beschäftigt ist, hat Anspruch auf bis zu zwölf Arbeitstage bezahlte Freistellung im Jahr.

Voraussetzung ist, dass die Person ehrenamtlich in der Jugendarbeit der Jugendverbände, bei sonstigen Jugendgemeinschaften und deren Zusammenschlüssen, in der öffentlichen Jugendpflege und -bildung sowie im Jugendsport in Vereinen, dem Landessportbund oder in den Sportfachverbänden tätig ist.

Alle wichtigen Informationen zum Antragsverfahren der Freistellung und über das Verfahren für die Erstattung des gezahlten Arbeitsentgeltes können in der linken Spalte heruntergeladen werden.

 

Informationen und Änderungen im Rahmen der Corona-Pandemie 2020

Auch während der Corona-Pandemie sind Freistellung für die ehrenamtliche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen weiter möglich, sofern Maßnahmen im Rahmen der Verordnungen stattfinden können.

Umgang mit bereits befürworteten Freistellungen nach §42ff. HKJGB

Beim Ausfall von Maßnahmen, für die bereits eine Befürwortung zur Freistellung nach §42ff. HKJGB beim Jugendamt des Landkreises Gießen (Team Jugendförderung) beantragt wurde bzw. die Befürwortung bereits ausgestellt wurde, gilt folgendes:

·     Eine Stornierung der Befürwortung von Freistellungen bei der Jugendförderung ist nicht notwendig.

·     Die ehrenamtliche Person, für die eine Freistellung beantragt wurde, sollten möglichst frühzeitig durch den Träger über den Ausfall von Maßnahmen informiert werden. Zudem ist darauf hinzuweisen, dass der/die Arbeitgeber*in über den Wegfall der Maßnahme und somit der Freistellung durch den/die Arbeitnehmer*in informiert werden muss.

·     Auch beim Ausfall einer Maßnahme gilt das Nachteilsverbot nach §45 HKJGB. Hieraus geht hervor, dass den ehrenamtlich Engagierten durch die Freistellung und somit auch durch die Rücknahme der Freistellung kein Nachteil entstehen darf.

·     Wenn die Planung von Maßnahmen durch die aktuelle Situation angepasst werden muss, gilt Folgendes: Solange sich der Zeitraum der Durchführung nicht verändert und die neu konzipierte Maßnahme ebenfalls unter den Anwendungsbereich des §42 HKJGB fällt, ist die bereits erteilte Freistellung weiterhin gültig. Ein Neuantrag muss nicht gestellt werden.